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    2018
    ein Audiowalk am Cospudener See

    Premiere: Freitag,14.9.
    weitere Aufführungen am 15./16./20./21./22./23.09.2018 jeweils um 18:00

    Treffpunkt am Expo Pavillon beim Parkplatz am Ziegeleiweg.

    Reservierungen: verschlungenedoerfer@gmail.com

    Was passiert mit einer Landschaft, deren Unterstes nach oben gekehrt wird, deren Wälder abgeholzt, deren Flüsse umgeleitet und in Beton gegossen werden, deren Ortschaften verschlungen und für immer von der Landkarte ausradiert werden? Fortgang oder Neubeginn? Zerstörung und Erneuerung?

    Er ist noch keine 20 Jahre alt, und trotzdem ist der Cospudener See eine Fundgrube für Erinnerungen, Geschichten und geschichtliche Ereignisse, die viel älter sind.

    Einige dieser Geschichten werden in dem inszenierten Hör-Spaziergang Verschlungene Dörfer neu zum Leben erweckt.

    Bildschirmfoto 2018-09-10 um 11.46.26

    … ich bin raus aus meinem Haus, da ist der Bagger so nah gewesen, der Baggerfahrer konnte mich sehen und ich ihn. Und dieser Mensch, der brüllte: ‘Geh nach Hause Kleine, wir kommen gleich!’ Der hatte mich gar nicht für voll genommen und ich ihn auch nicht…“
    Erika, 70 Jahre

     „Leipzig kommt!“

    In den 90er Jahren warb das Stadtmarketing mit diesem Slogan, aber damals kamen nur Leerstand und Arbeitslosigkeit.

    Vor wenigen Jahren begann der Wandel und heute, heute wächst keine deutsche Großstadt so schnell wie Leipzig. Überall im Stadtgebiet gibt es Orte und Gebäude, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben waren und die innerhalb kürzester Zeit zu neuem Leben erblüht sind. So war zur Jahrtausendwende das Fußballstadion noch ein „rotten Place“ mitten in der Stadt und der momentan so hippe Stadtteile Lindenau ein marodes Viertel mit hoher Arbeitslosenquote und miesem Image.

    An seinem südlichen Rand sah Leipzig aus wie eine Mondlandschaft. Das änderte sich endgültig im Jahr 2000, als die Flutung des ehemaligen Tagebaugebietes Cospuden beendet und der See der öffentlichen Nutzung übergeben wurde.

    Cospuden“, bei diesem Wort denken heute vor allem die jüngeren Leute sofort an Sonne, Strand und Spaß. Die nicht mehr ganz so jungen erinnern sich vielleicht an die Zeiten der Kohleförderung, an das Geräusch der Bagger, die seltsame Farbe des Himmels und an Wäsche, die man bei ungünstiger Wetterlage besser nicht zum Trocknen ins Freie hängte. Und einige der Menschen, die heute in Leipzig, Markkleeberg, Zwenkau und anderen Städten der Region zuhause sind, erinnern sich außerdem auch noch an den kleinen Ort Cospuden, der 1974 aufhörte zu existieren.

    Diese verschiedenen Zeit- und Erinnerungsschichten werden in dem Spaziergang Verschlungene Dörfer transmedial zusammengeführt. An den Stationen kommen Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen sozialen und beruflichen Hintergründen zu Wort.Ihre Geschichten verbinden sich mit überraschenden Installationen und Spielszenen am Seeufer. Gemeinsam erschaffen sie eine neue, imaginäre Landkarte von Cospuden.

    Künstlerische Leitung:
    Marlen Riedel, Johanna Dieme

    Produktionsleitung:
    Angela Kobelt

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